Aktuelles

Von Helen Benz, 7. September 2015  

Pseudonyme auf Facebook sind verboten!

Erhalten zukünftig auch fiktive Perso-
nen einen Facebook-Account?

 

Bei vielen Internetnutzern ist Facebook eine häufig besuchte Plattform. Bisher mussten sich die Nutzer unter ihrem richtigen Namen anmelden. Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar will Facebook nun mit einer Verwaltungsanordnung zwingen, in Zukunft auch Pseudonyme zuzulassen.

Ausgelöst wurde das Ganze durch eine Nutzerin, die sich nicht mit ihrem richtigen Namen angemeldet hatte. Das ging eine Zeit lang gut, schliesslich wurde sie aber von Facebook gesperrt. Dagegen hatte der Datenschützer eine Verwaltungsanordnung angeordnet, die Facebook verbietet, Personen mit Pseudonymen zu sperren oder sogar eine Kopie des Ausweises zu verlangen.

Schon in der Vergangenheit sorgte die Praxis von Facebook, nur richtige Namen zuzulassen, für hitzige Diskussionen. Das Unternehmen begründet, dass auf diese Weise Facebook-Konten nicht missbräuchlich genutzt werden, was vertrauenswürdiger wirkt. Nur so wissen die Nutzer mit wem sie auf der Plattform kommunizieren.

Facebook ist aufgrund der Verwaltungsanordnung eines Datenschützers nicht verpflichtet, sofort seine Praxis zu ändern sondern kann dagegen Widerspruch einlegen. Wenn dieser abgelehnt wird, kann Facebook vor den Verwaltungsgerichten Klage einreichen. Bis jetzt war das Unternehmen allerdings zu keiner Stellungnahme bereit. Eine Sprecherin sagte lediglich, dass man enttäuscht sei weil 2013 dieses Thema schon einmal zur Debatte stand. Damals hatte das Oberverwaltungsgericht Schleswig die Datenschutz-Klage abgewiesen mit der Begründung, dass der europäische Sitz von Facebook in Irland sei. Zuständig seien demnach irische Datenschützer. Diese Aussage stößt jedoch auf Unverständnis. Der Datenschützer Johannes Caspar argumentiert, dass der Europäische Gerichtshof in einem Urteil zu Google entschieden habe, amerikanische Unternehmen seien an das jeweilige nationale Recht gebunden; und da Facebook in Hamburg eine Niederlassung hat, müsste es sich auch an deutsches Recht halten.

Es bleibt spannend. Ob Facebook gegen die Verwaltungsanordnung Widerspruch einlegt und wie dann das Gericht entscheidet, steht noch in den Sternen. Bis zur endgültigen Klärung müssen sich neue Facebook-Benutzer nach wie vor unter ihrem richtigen Namen anmelden.

Über die Autorin: Helen Benz, Administration & Personal

Helen Benz ist Verantwortliche in Administration und Personalwesen bei BIG IT Systems GmbH.
Sie ist Ihre Ansprechsperson für Fragen in den Bereichen Personal, Organisation, Koordination, Kommunikation und allen administrativen Belangen.

Weiter nachschlagen:  

Veröffentlichen Sie hier Ihren Kommentar

Dieser Artikel behandelt die Themen:

Datenschutz für Facebook-User
Datenschützer Johannes Caspar
Klage gegen Facebook
Pseudonyme auf Facebook sind verboten