KMU & Business

Von Helen Benz, 3. August 2015  

Stehlen Ihre Mitarbeiter Firmendaten?

Klauseln im Arbeitsvertrag sowie Auf-
klärung der Mitarbeiter helfen als Prä-
vention gegen Datendiebstahl unter
Mitarbeitern.

 

Da heutzutage die meisten Geschäftsprozesse über das Internet abgewickelt werden, besteht die Gefahr des Datendiebstahls in höherem Maße als zu früheren Zeiten. Unberechtigter Zugriff auf Firmendaten ist mittlerweile auch bei Angestellten weit verbreitet. Durch die immer größer werdende Transparenz des Bürgers mittels sozialer Netzwerke im Internet ist auch das Unrechtsbewusstsein der Menschen gesunken. Doch der unberechtigte Zugriff auf Daten ist kein Kavaliersdelikt.

Viele Mitarbeiter, die aus einer Firma ausscheiden, wollen von ihren vorhandenen Kundenkontakten profitieren und ihre neue Firma damit bereichern. Daher ist es nicht selten, dass Daten von austretenden Mitarbeitern "mitgenommen" werden. Sie sind der Ansicht, es stehe ihnen zu, Daten zu kopieren oder auch zu entfernen. Schließlich sind sie nicht selten an deren Erstellung selbst beteiligt gewesen. Datensammlungen von Kunden, Firmenpräsentationen und strategische Pläne werden besonders gerne mitgenommen, da solche Daten besonders wertvoll sind.

Was kann das Unternehmen gegen Datendiebstahl tun?

In den Arbeitsvertrag kann eine entsprechende Klausel aufgenommen werden, die klarstellt, dass der Arbeitnehmer nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis keine Rechte an den Firmendaten hat. Ob und inwiefern solche Klauseln wirksam sind, hängt von der genauen Formulierung ab. Sie sollten daher einen Rechtsanwalt mit der Fomulierung der Verträge beauftragen.

Doch auch ohne entsprechende Klauseln ergibt die so genannte vertragliche Nebenpflicht, Firmen- und Geschäftsgeheimnisse auch nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses nicht weiterzugeben. Denn das Weitergeben von Daten verstößt gegen das UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) und das UrhG (Urhebergesetz). Beauftragen Sie IT-Fachleute damit, dafür Sorge zu tragen, dass die Berechtigungen in Bezug auf Datenzugriffe klar definiert sind. Auch ein Kopierschutz ist wichtig. Technisch ist es möglich, die IT-Einrichtungen so zu gestalten, dass illegale Kopien Spuren hinterlassen.

Sorgen Sie ferner für Aufklärung der Mitarbeiter, damit deren Hemmschwelle im Umgang mit den Daten höher liegt. Geben Sie Richtlinien heraus, damit die Arbeitnehmer wissen, welches Verhalten Sie von ihnen erwarten. Können Sie Datendiebstahl nachweisen, haben Sie zivil- und strafrechtliche Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Auf die Rechtsverletzung können Sie den Mitarbeiter mit Hilfe einer Abmahnung hinweisen. Bei einer schweren Rechtsverletzung kann unmittelbar darauf eine fristlose Kündigung folgen. Des Weiteren dürfen Sie unabhängig davon Unterlassungsansprüche mittels einer einstweiligen Verfügung durchsetzen, die beim Gericht beantragt wird oder Sie erstatten Strafanzeige. Einen Anspruch auf Schadensersatz haben Sie, wenn Sie den Schaden nachweisen und möglichst beziffern, der Ihnen durch das Verhalten des (ehemaligen) Mitarbeiters entstanden ist.

Über die Autorin: Helen Benz, Administration & Personal

Helen Benz ist Verantwortliche in Administration und Personalwesen bei BIG IT Systems GmbH.
Sie ist Ihre Ansprechsperson für Fragen in den Bereichen Personal, Organisation, Koordination, Kommunikation und allen administrativen Belangen.

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